Breitband gehört in unsere Hand.

Google bringt in den nächsten Monaten das Internet nach Austin. Jetzt ist es nicht so, das in Austin bisher kein Internet da ist. Google bringt einfach nur das Netz in der schnellsten für Privatleute verfügbaren Form. Google Fiber reine 1000 Mbit Glasfaser. In beide Richtungen. Plötzlich hängt eine ganze Statt an einem so schnellen Internet, so das man nicht mehr merkt ob man gerade die Fotos im Netz wegspeichert oder auf die externe Festplatte ablegt.

Google tut hier etwas, was eigentlich nicht googles Job ist. Netze  (zum Endkungen) und Inhalteanbieter waren und sind heut zu tage meist noch getrennt. Doch scheint man in Mountain view nun nicht mehr darauf warten zu wollen, das die derzeitigen Anbieter die Netze selber ausbauen und nimmt es kurzerhand selbst in die Hand.

Nun kann man viel über Netzneutralität und über das Böse google reden, philosophieren und diskutieren. Aber eins ist offensichtlich: es gibt derzeit neben google eigentlich niemanden, der  ein so enormes Interesse an einem zügigen Netzausbau hat.  Apple und Microsoft verschlafen den Internet-Markt immer noch, facebook muss im mobilen-Segment ankommen. Nur google bekommt mit manchen Diensten langsam Probleme, wenn man hier mehr als Suchmaschine sein will (youtube, hangouts, google-drive).

Mit der geschaffenen Kapazität sind stationäre Rechner auf einmal obsolet. Rechenleistung kann ins wesentlich effizientere Rechenzentrum ausgelagert werden und die Cloud ist selbst bei Gigabyte großen Foto und Film-Archiven keine langsame Krücke mehr. Und das sind alles nur heutzutage Millionenfach praktizierte Beispiele.

Spaßig wird es nun, wenn sich angeschlossene Universtitäten, Startups, Mediziner, Physiker, Mathematiker und Garagen-Genies Anwendungsfälle ausdenken und realisieren, die mit den heutigen Leitungen schlichtweg undenkbar sind.

Und jetzt den Schwenk: Breitband in Deutschland ist, was schneller als 2Mbit ist. (500 mal weniger, als google derzeit liefert!).
Aber dieses Internet wird sicher wieder weg gehen. Wir werden eines Tages wieder mit Kutschen fahren und die Straßenlampen Abends wieder von Laternenanzündern entzündet.

Unsere Regierung tut herzlich wenig für einen vollflächigen Breitbandausbau. Das überlässt man, so wie unsere Stromnetze, den Konzernen. Werden die schon irgendwie richten. So wie unsere Gas-, Wasserleitungen und Straßen. Oooh. Moment. Die sind ja weitestgehend in Staatshand… Wenn “der Markt” es also nicht hinbekommt, für vernünftige Infrastruktur zu sorgen, sollte das wieder in Staatshände gelegt werden. Der darf das dann gerne wieder an den Markt verkaufen (Autobahnmaut, …), soll aber gefälligst seine Hausaufgaben machen.

Ansonsten kommt auch zu uns schon bald ein großer Suchmaschinenanbieter mit großen Scheinen, nimmt das Netz selber in die Hand und vernichtet, unter großen Protesten und Tränen, so nach und nach alle Trennung zwischen Inhalte-Anbieter und Netzbetreiber. Das kann und darf nicht in unserem Sinne sein.

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Mein ‘Ja’ zur Campusbahn

Sonntag ist es soweit. Sonntag stimmen wir Aachener über eins der wichtigsten Projekte unserer Stadtgeschichte ab. Es geht um das Ja oder Nein zu Campusbahn. Erst neugierig, dann interessiert und zuletzt engagiert habe ich mich die letzten Wochen sehr intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt. Ich habe mit vielen Verantwortlichen, Bürgern, Befürwortern, Gegnern und Interessierten gesprochen. Einiges davon ist in fünf “Frittezang” Podcast-Folgen gelandet.

Neben einer überwältigen Mehrheit im Rat von über 90% gibt es keine mir bekannten Projekte in der Aachener Geschichte die darüber hinaus eine so enorme Unterstützung erhalten hat. IHK, VCD, der Einzelhandelsverband, ja selbst Greenpeace sind alle klare Befürworter des Projektes. Machbarkeitsstudien von 2008 haben die Stadtbahn als bestes gesamtstädtisches System ermittelt. Etliche Gutachten, Erfahrungen und Statistiken belegen Schienenbonus und positive Impulse durch Stadtbahnen auf die Stadtenwicklung.Die Kostenkalkulation wurde von unabhängigen Gutachtern bestätigt und viele der Argumente (Fonds Deutsche Einheit, Busnetzgutachten 2015+) die gerne angebracht werden mehrmals wiederlegt.

Trotzdem scheint die Bevölkerung sehr gespalten und ängstlich zu sein beim Thema Campusbahn. Deshalb möchte ich meine Entscheidung am Sonntag mit ‘Ja’ zu stimmen hier noch einmal in den meist diskutierten Punkten aufgreifen und dort begründen.

Falls mir Fehler unterlaufen sind, oder etwas ergänzt werden soll, bitte einfach in die Kommentare damit.

Worüber wird überhaupt abgestimmt?

Hier herrscht oft noch großes Unwissen. Am Sonntag stimmen wir Aachener zunächst darüber ab, ob wir uns eine Stadtbahn generell vorstellen können.

Wir sagen ‘Ja’

Mit diesem ‘Ja’ ist zunächst einmal nur diese Aussage besiegelt. Anschließend beginnt das Planfeststellungsverfahren. Wird während diesem z.B. eine enorme Kostenexplosion festgestellt oder unlösbare Probleme in der Strecke festgellt kann das Projekt noch immer gekippt werden. Dieser Fall ist sicherlich sehr unwahrscheinlich aber immer noch möglich. Wichtig ist festzuhalten das mit einem ‘Ja’ die Bahn nicht auf biegen und brechen gebaut wird.

Wir sagen ‘Nein’

Fall 1: Der Campus West wird mit Diesel-Bussen angeschlossen. Es verkehren Diesel-Busse zwischen Uniklinikum, Campus West und Bushof. Es entstehen Kosten von rund 1,85 Mio€ pro Jahr.
Fall 2: Fall Nummer 1 und eine Erweiterung des Busangebots auf der Achse in Richtung Brand. Die Maßnahme benötigt zur Abwicklung des Verkehrs eine eigene Beton-Fahrbahn für die Busse. Dieser Eingriff führt zu möglichen Kosten in Höhe von 4 Mio€ pro Jahr. (siehe dazu auch “Die Alternativen”)

Die Kosten

Viele befürchten eine Kostenexplosion. Seien doch Großprojekte wie S21 und BER vollkommen aus dem Ruder gelaufen. Jedoch ist jedes Bauprojekt ein Einzefall und muss auch als solchen betrachtet werden.

Bei der Campusbahn wurden als Kalkulationsgrundlage die Kosten von abgeschlossenen Stadtbahnprojekten aus anderen Städten genommen. Hier jedoch nicht nur die Gesamtkosten, sondern wie teuer welcher Kilometer (Besonderer Gleiskörper, Mischgleis, etc. ) waren.

Diese Methode von Prof. Bent Flyvbjerg wurde vom Nobelpreisträger Kahneman als “den wichtigsten Vorschlag, um die Genauigkeit von Prognosen zu verbessern” gelobt. (Spiegel Online)

Zudem sieht die Aachener Baubilanz ziemlich gut aus. Von 47 Bauprojekten mit einem Gesamtvolumen von 44,3 Millionen sind in der Stadt Aachen alle unterm Schnitt erfolgreich abgeschlossen worden. Einige davon sogar günstiger und schneller. (Aachener Zeitung).

Die Kalkulationen wurden zudem von einem externen Gutachter (beauftragt durch die IHK) so bestätigt. (Quelle IHK)

Und zu guter letzt: Auch ein “Nein” zur Campusbahn wird Kosten zur folge haben. Nahezu ähnlich hoch wie mit der Campusbahn. Siehe dazu: “Die Alternativen”

Können wir das Geld nicht für was anderes ausgeben? Schulen zum Beispiel?

Nein. Die Fördergelder sind zweckgebunden. Baut Aachen keine Campusbahn gehen diese nicht in einen anderen Topf sondern fließen in den Stadtbahnbau einer anderen Stadt.

Jedoch ist das Argument, Geld erst an anderen Stellen zu investieren, oder den Haushalt zuerst auszugleichen für mich eins der wenigen Schlüssigen Gegenargumente gegen das ich auch nicht versuche anzureden. Meine Priorität liegt derzeit neben dem Ausbau der Bildung ganz klar auf dem Ausbau des städtischen ÖPNV. Wer hier seine Prioritäten anders setzt wird bei mir mit offenen Armen empfangen und soll somit auch gerne die Campusbahn ablehnen. Eine Ablehnung aber nur “weil es teuer ist” ist mir zu einfach.

Die Finanzierung

240 Millionen Euro soll der ganze Spaß kosten. Das müssen wir ein bisschen aufteilen. Knapp 130 Millionen kostet der Fahrweg. Dieser wird zu 90% vom Bund und Land gefördert. Die Stadt trägt also noch einen Anteil von knapp 13 Mio. Fahrzeuge, Betriebshof sowie Planungs und Nebenkosten müssen komplett von der Stadt getragen werden und ergeben, je nach Szenrario, einen jährlichen Finanzierungsbedarf zwischen 4 und 6,4 Millionen Euro.

Hier inklusive sind sämtliche Investitionskosten, Betriebskosten, Tilgungen und Zinsen. (Quelle)

Das ist sicherlich kein Pappenstiel, aber Finanzierbar. Es gibt momentan diverse Ansätze wie  diese Millionen finanziert werden können. Ab 2014 übernimmt der Bund die vollen Kosten für die Grundsicherung im Alter. Ebenso spart Aachen ab 2019 jährlich knapp 15 Mio. durch den Wegfall von Solidarpakt und Fonds Deutsche Einheit. Oft wird von Gegnern behauptet das der Fonds nicht zur freien Verfügung stehen wird. Das ist jedoch nicht richtig. Der Fonds Deutsche Einheit ist ein Kredit, der bis 2019 abgetragen ist. Wie auch im privaten sind für einen Kredit keine weiteren Zahlungen mehr fällig, sobald dieser abgezahlt wurde.

Natürlich ist diese Investition auch ein Risiko. Niemand kann die Kosten auf Heller und Pfenning genau festzurren und niemand kann und will garantieren das Aachen nicht in den Nothaushalt gerät. Jedoch muss man dabei immer die Wahrscheinlichkeit sowie Kosten und Nutzen abwägen. Die Campusbahn macht im Städtischen Haushalt 0,8 – 1,3 % aus. Sozialleistungen hingegen knapp 55%. Steigen die Arbeitslosenzahlen rugartig an, belastet dies den Haushalt sofort und ungeplant wesentlich dramatischer.

Die Streckenführung

Geplante Streckenführung

Auch wenn der Name zunächst etwas anderes vermuten lässt, wird mit der Campusbahn nicht nur der Campus angebunden. Die geplante Trasse führt von Brand die Triererstrasse über den Adalbertsteinweg hinunter. Über den Willy-Brandt-Platz vorbei an C&A durch die Blondelstraße hindurch den Bushof passierend, aufwärts den Seilgraben hoch zum RWTH Hauptgebäude. Ab hier ist die finale Streckenführung noch nicht ins letzte Detail festgelegt. Eine Variante führt über die Wülnerstr, die andere hinter dem Hauptgebäude entlang. Vorbei am Campus-West über eine Brücke (zum kreuzen der DB-Anlagen) hinauf zum Campus Melaten.

Die genaue Streckenführung kann sehr schön unter http://bahnfreifuerac.bplaced.net/ betrachtet werden. Die Pläne findet man unter  http://www.campusbahn-aachen.de/infocenter/plaene/

Angebliche Einspurrigkeit

Sicher ist: Die gegebene Zweispurigkeit wird vom Kaiserplatz bis hoch nach Brand komplett erhalten. Dort wo die Straße zu eng für eine eigene Trasse ist, teilt die Campusbahn sich die Spuren mit dem Autoverkehr in Mittellage. Durch die Mittellage kann auch weiterhin der Lieferverkehr sowie die Müllabfuhr halten und behindert Bahn und Individualverkehr nicht mehr als heute. Ebenso bleiben die Radschutzstreifen erhalten und werden im Bereich Adalbersteinweg  sogar noch weiter ausgebaut. Die Querschnitte der Straßen sind hier zu finden: http://www.campusbahn-aachen.de/infocenter/plaene/

Wegfall von Buslinien

Durch die Campusbahn werden knapp 1,6 Millionen jährliche Buskilometer im derzeitigen Busnetz eingespart. Vor allem betrifft dies die Zusammenlegung der 5er Linien von Brand “auf die Schiene”. Die Gegner behaupten gerne, im Südraum müsste man künftig immer in Brand umsteigen. Dies trifft jedoch auf die wenigsten Stadtteile zu. Einzig Kornelimünster verliert eine Umsteigefreie Verbindung in die Stadt. Alle anderen behalten Direktverbindungen bis in die Stadt. (Siehe Angepasstes Busnetz mit Campusbahn )

Die Notwendigkeit

Es ist viel über Kapazität, Kollaps, Engpässe geschrieben und geredet worden. Neben den hinlänglich bekannten Problemen der Anbindung des Campus-West sowie Melaten und der Kapazitätsproblematik am Adalbertsteinweg zu Spitzenzeiten wird jedoch gerne die Notwendigkeit von Umweltfreundlicherem ÖPNV vernachlässigt. Mit 66 Mio Menschen die jährlich mit der ASEAG unterwegs sind ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Junge Menschen besitzen immer weniger Autos, steigen um in den ÖPNV.

Feinstaub / Lärmschutz / Umweltzone

Aachen rutscht immer mehr in Richtung Umweltzone. Nur durch die viele Anstregungen der letzten Jahre konnte eine Umweltzone bisher vermieden werden. Einen Großteil der Feinstaub Belastung macht dabei der aktuelle Busverkehr im Aachener Talkessel aus. Selbst mit Elektrobussen würde durch den Reifenabrieb immer noch erheblicher Feinstaub erzeugt. Eine Stadtbahn hingegen kann dank regenerativer Energieversorgung und nahezu Null Abrib als Feinstaublos betrachtet werden.

Behindertengerecht

Hier kann eine Stadtbahn enorm Punkten. Im Gegensatz zum Bus fährt eine Stadtbahn dank der Schiene immer ganz nah an jede Haltestelle an. Kann fast auf den Zentimeter genau jedes mal an der gleichen Stelle halten, bietet einen Niveaugleichen Einstieg und deutlich mehr Türen als ein Bus.

Was passiert wenn die Campusbahn nicht kommt?

Eines ist damit besiegelt: Es wird keine Straßenbahn in absehbarer Zeit geben. Weder vom Campus bis nach Brand noch vom Bushof bis zum Campus-Melaten. Trotzdem muss gerade der Campus an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden werden, die Kapazitätsprobleme am Adalbertsteinweg gelöst werden und über Wege weg vom Öl nachgedacht werden.

Viele Gegner Befürwortern ausdrücklich die ursprünglichen Planungen der Campusbahn. Also die Strecke vom Bushof bis zum Klinikum mit einer Bahn anzubinden. Diese Strecke kostet alleine 4,7 Mio jährlich da hier keinerlei Förderung fließt.  (Ratsinfo, Anlage 2 Seite 78) Stimmen wir am Sonntag jedoch mit ‘Nein’ wird dieses Szenario auch niemals Realität werden.

Die Alternativen

Da die Problematik am Adalbersteinweg mit der aktuellen Situation nicht handhabbar ist, läuft hier  dann wohl alles auch auf einen eigenen “Buskörper” hinaus. Das heißt eine Trasse aus Beton für Elektro, Hybrid oder Oberleitungsbusse. Diese Trasse würde man auch im neu zu erschließenden Campus-West errichten. Zudem müssten auch Oberleitungen und Lademöglichkeiten für Elektor und O-Busse geschaffen werden.

Die Anschaffungs, Betriebs und Dieslkosten werden für diese Alternative (laut einer ASEAG Studie aus dem Jahre 2008) auf ca. 1,8 Mio. € jährlich beziffert. Hinzu kommt der Trassenbau  und Oberleitungen  sowie Instandhaltung für knapp 2 Mio jährlich hinzu. (knapp 120 Millionen Investition in Fahrwerge die nicht gefördert werden.

Im Gegensatz zu der sehr weit vorangeschrittenen und soliden Finanzplanung zur Campusbahn sind mögliche Alternativen bisher nicht ausgiebig kalkuliert und könnten ebenso noch deutlicher nach oben abweichen. Die grob geschätzten Kosten für das schlechtere Verkehrsmittel liegen ungefähr gleichauf mit der Campusbahn.

Busnetzgutachten 2015+

Anders als oft behauptet, schlummert in diesem Gutachten nicht die Lösung aller Probleme. Das angefertigte und momentan pausierende Gutachten hatte von Anfang an nie das Ziel Kapazitätsprobleme zu lösen. Wesentliche Punkte des Gutachten sind: Umgestaltung des Bushofs (bzw. Prüfung ob einer Verlegung dessen zum HBF möglich ist), Angebotsoptimierung im Südraum, Erschließung des Hochschulbereiches sowie Schienenanbindung der Aachener Innenstand (Euregiobahn). Zu finden ist der Zwischenstand im Ratsinformationssystem.

Nachteile

Natürlich ist nicht alles rosig bei solch einem Großprojekt. An einigen Stellen müssen Kompromisse gefunden werden, Bäume werden weichen müssen, an manchen Stellen beide Fahrspuren enger werden. Ein paar Menschen werden bei Wind und Wetter in die Bahn umsteigen müssen, andere werden sich durch Baustellen belästigt fühlen.

Baustellen

Gerne wird befürchtet, das Straßenabschnitte die Jahrelange Baustellen gerade hinter sich gelassen haben nun wieder im totalen Verkehrschaos untergehen werden. Am Beispiel Triererstrasse kann man jedoch schnell zeigen, das diese Sorgen oft unbegründet ist. Hier wurde zuletzt neben der Straße alle Versorgungsleitungen erneuert. Das ist nun erledigt und verkürzt die Bauzeit enorm. Inklusive Bahnsteige werden z.b. in Düsseldorf rund 500 Meter Schiene in existierende Straßenabschnitte innerhalb von sieben Tagen (einer Woche!) verlegt.

Anders sieht es hingegen am Adalbertsteinweg aus. Die letzte Straßensanierung fand in den 70er Jahren statt. Die Kanäle sind gute hundert Jahre alt. Eine Sanierung des Kanalsystem sowie der Straße ist somit ohnehin in den nächsten Jahren fällig. Kommt die Campusbahn, wartet man hier aber noch so lange und macht es dann in einem Rutsch mit.

Umsteigen

Zweifelsohne ein Punkt, den man nicht von der Hand weisen kann. Aus dem Aachener Süden kommende Bürger werden oftmals in Brand in die Campusbahn umsteigen müssen. Hier ist auch nicht viel dran schön zu reden, jedoch muss man sich die Frage stellen, ob ein Projekt dieser Größenordnung wirklich immer auf jeden einzelnen Beteiligten Rücksicht nehmen kann. Zudem werden aus den meisten Südorten weiterhin Direktbuslinien in die Stadt fahren, die dann jedoch nicht über die Trierstrasse sondern andere Wege fahren. (Siehe Angepasstes Busnetz mit Campusbahn )

Vertrauen und Engagement

Was mich enorm gewundert, ja nahezu erschüttert hat, ist das entgegengebrachte Vertrauen in Politik, Planer und Gutachter dieses Projektes. Man kann von gewissen Entscheidungen, Prozessen und Strukturen halten was man will, aber eines hat mich doch enorm verwundert: Ganz oft wird prinzipielles Misswollen unterstellt. So, als ob “die da oben” nur das schlechteste für uns wollen und sich keinerlei Gedanken bei einem solchen Projekt gemacht haben.

Manche Kritik kann ich verstehen. Nach aller Einarbeitung in dieses Thema, jedoch nicht mehr den Schrei nach mehr Beteiligung im Vorfeld. Alle Planungen, ja nahezu alle Ausschüsse waren öffentlich. Spätestens seit 2008 (da ging es erstmal größer durch die Presse) hätte man sich aktiv beteiligen können. Der Mobilitätsausschuss besteht knapp zur Hälfte aus “Fachkundingen Bürgern”. Eine Parteimitgliedschaft ist hier also nicht nötig.

Schade das den Planern und Fachleuten im Mobilitätsausschuss immer wieder Inkompetenz unterstellt wird, aber niemand diesen Job dann mache möchte. Ehrenamtlich, für eine Mini-Entschädigung. Vor allem eins habe ich in den letzten Wochen gemerkt: Wer sich wirklich Engagieren und etwas verändern möchte, kann das schaffen. Das kostet vielleicht Zeit und Nerven, ist aber lange nicht so unmöglich wie oft behauptet.

Danke

Ich möchte diese Stelle auch einmal kurz Nutzen um ‘Danke’ zu sagen. Danke an die vielen engagierten Menschen die sich in den letzten Wochen so Intensiv mit dem Thema Campusbahn auseinander gesetzt haben. Ich habe viele tolle Menschen kennen und schätzen gelernt. Sowohl auf Seiten der Befürworter wie auf der gegnerischen Seite. Man merkt jedem einzelnen das Herzblutt an mit dem er bei diesem Projekt drin steckt. Kaum jemand hat mir das Gefühl vermittelt, er engagiert sich nur weil er “muss” bei diesem Projekt. Das ist sicherlich nicht selbstverständlich und deshalb doppelt schön zu sehen was Politik doch noch bewegen kann.

Fazit

Ich finde das Konzept der Campusbahn und den Wert für unsere Stadt hervorragend. Die Campusbahn entlastet nicht nur wichtige Achsen, bindet den neuen Campus an und sorgt für umweltfreundlichen Öffentlichen Nahverkehr. Die Campusbahn setzt vielmehr ein Zeichen für unsere Region und weit darüber hinaus. Mit der Campusbahn zeigt die Stadt, das es ihr wichtig ist ihre Bürger vernünftig und gut durchdacht durch Aachen zu befördern. Mit der Campusbahn können wir die Umweltzone wahrscheinlich umgehen und schaffen als einer der ersten Städte Deutschlandweit ein dichtes Netz für Elektromobilität.  Ohne Risiko und Innovationsgeist gibt es keinen Fortschritt. Manchmal muss man auch große Risiken eingehen um Impulse zu setzen und Lebensqualität zu verbessern.  Neben allem Fahrkomfort, Barrierefreiheit, Zeitgewinn und weniger Lärm sieht eine Stadtbahn zudem noch gut aus.

Für mich ist die Campusbahn eine, wenn nicht gar die sinnvollste, Investition in die Aachener Infrastruktur. Eine Entscheidung ob Aachen weiterhin im städtischen Wettbewerb Provinz bleiben möchte oder sich als Wissenschafsstadt behaupten möchte.

Eine Campusbahn ist gut für unsere Stadt. Für dich, für mich, für uns.

Ergänzende, informative Links:

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Vom reden und bloggen

Mitte 2006 habe ich hier mein erstes Blog eröffnet. Auf einer uralten WordPress-Version und insgesamt mit recht wenig Inhalt. Der schönste Beitrag daraus ist wohl immer noch der, das ich mit dem Rauchen aufhörte. Lange Zeit habe ich nicht geschrieben. Dann kam Facebook, kurze Status-Updates. Zu immer mehr Themen bildete sich aber eine Meinung. Über immer mehr Dinge wollte ich schreiben. Ich versuchte es mit einem tumblr und zog dann wieder auf dieses Blog hier um.

Nun ist aber auch der letzte Beitrag schon einige Wochen alt. Mehrere, längere Beiträge liegen halbfertig herum. Beiträge, die mir wichtig sind, die ich aber, aus Gründen, nicht fertig bekomme. Schreiben fällt mir schwer, wenn ich es nicht in einem Rutsch runterbekomme.

Schreiben ist oft zu sehr auf den Punkt, Missverständnisse versucht man auszuschließen, über manche Sätze grüble ich länger als Wulff im Amt war.

Beim reden und zuhören ist das anders. Deswegen versuche ich es jetzt (auch) mit podcasts.

Frittezang heißt der Kanal den ich drüben eröffne. Zwei Folgen sind im Kasten und ich freue mich auf viele weitere. Die Liste interessanter Menschen ist lang und erweitert sich ständig. Ich freue mich über Feedback. Hier, drüben, oder auf einem der anderen Kanäle.

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Offener Brief gegen ein Leistungsschutzrecht

Liebe Frau Schmidt,
liebe Frau Müller,
lieber Herr Henke,
lieber Herr Hunko,

am Donnerstag soll zu Nachtschlafender Zeit ( am 29.11.2012 von 01.50-02.25 ) die erste Lesung zum geplanten Leistungsschutzrecht erfolgen.

Ich möchte in dieser Mail gar nicht lange darauf eingehen, was das Internet für unsere Gesellschaft, den Wirtschaftsstandort Deutschland, oder auch ganz speziell unsere Aachener Region bedeutet.

Aber eines kann ich nicht ungesehen an mir vorbei ziehen lassen: Die geplante Einführung eines Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Ein Gesetz was in aller erster Linie Verlagen wie Axel-Springer oder der FAZ in die Hände spielt und massive Rechtsunsicherheit schafft, kann nicht in Ihrem Interesse sein.

Ich arbeite, lebe und kommuniziere im Web. Verlinke auf Twitter Nachrichtenseiten, kommentiere in meinem Blog Artikel, oder Teile mit meinen Freunden Links auf Facebook. Alles Aktionen, die bei dem aktuellen Gesetzentwurf wahrscheinlich unter das Leistungsschutzrecht, mindestens jedoch in einer rechtlich absolut unklaren Zone stattfinden würden.

Ein Gesetz, welches das (lizenzfreie) Teilen auch von kürzesten Textauszügen zum Verweis auf Presseerzeugnisse verbietet, kann nicht im Interesse unserer Gesellschaft sein.

Eine sehr gute und fundierte Stellungnahme zum Leistungsschutzrecht, welche die Gesamtproblematik gut beleuchtet hat das Max-Planck-Institut für Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht vor kurzem veröffentlicht: http://www.ip.mpg.de/files/pdf2/Stellungnahme_zum_Leistungsschutzrecht_fuer_Verleger.pdf

Ich bitte Sie deshalb inständig, sich bei der kommenden Lesung und im Vorhinein gegen die geplante Gesetzesänderung einzusetzen.

Herzliche Grüße aus Ihrem Wahlbezirk Aachen
Tim Becker

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Vimeo dreht das Rad weiter beim Medien-Roulett.

Während Verlage ums Überleben kämpfen und ihre Druckstraßen im Jahre 2012 für mehrere Millionen auf Vier-Farb-Druck aufrüsten, grausamste Formen von Ad-Layer-Werbung getestet werden und Video-Portale zwischen 3 Minuten Clips alle 30 Sekunden Werbung schalten, haben sich glücklicherweise am Rande des Internets andere Mitspieler etabliert. Vimeo. Durch Premium-Zugänge schon lange auf einer soliden Finanzierung stehend, beteiligt nun, das vor acht Jahren gegründete Unternehmen, die Kreativen am Erfolg seiner Plattform. Vimeo führt ein Bezahl-Modell ein. Somit können Video-Produzenten ein kleines Trinkgeld einstreichen. Oder direkt ihre Inhalte für einen Betrag X zum Abruf einstellen.

Vimeo braucht nicht viel Mut für diesen Schritt. Die Qualität der Filme ist insgesamt außerordentlich hoch. Die Plattform wird von vielen Konsumenten und Produzenten geschätzt. Vimeo ist etabliert und neben dem Ramschrummelplatz Youtube das Video-Portal für hochwertige Unterhaltung. Ein Trinkgeld wird der ein oder andere sicher gerne lassen. Jeder Euro der fließt, ist einer mehr als bisher. Ohne nervige Werbung. Ohne vorgeschaltete Spots. Gute (Kurz-) Filme werden ihren Schnitt machen. Denn Qualität, gute Unterhaltung und ein verlässlicher Dienst ist der Kostenlosmentalitätskultur ‘im Internet’ etwas Wert. Vorausgesetzt das Geld hinterlassen funktioniert so unaufgeregt und unaufdringlich wie es Vimeo vormacht.

Das die alten Medien-Mitspieler für diese Erkenntniss noch ein paar Jahre brauchen werden, ringt mir mittlerweile kaum mehr als ein Mitleidiges Schulterzucken ab.

 

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Webcon 2012

Am vergangenen Samstag fand die erste Webkonferenz in Aachen statt. Philip und ich trafen uns um um kurz vor 7 Uhr bei mir zum Frühstück. Denn schon um 8:30 sollte der Einlass und die Verteilung der WLAN Zugangsdaten beginnen. Und eins wollte wir unter allen Umständen vermeiden: Ankommen wenn das WLAN alle ist.

In der schönen Jugendherberge am Rande der Maria-Theresia-Allee verteilten sich vier Vortragsräume auf zwei Gebäude. Dank des spätsommerlichen Wetters konnte aber auch der Außenbereich wunderbar genutzt werden.

Im Schatten der herbstlichen Bäume trafen sich knapp 150 Menschen die sich irgendwie für die angebotenen Webthemen interessierten. Wie leider auf solchen Konferenz üblich, bildeten die Männer einen Großteil der Interessenten, jedoch war die Frauenquote für Aachener Verhältnisse nicht die schlechteste.

Das auf drei Etagen verteilte Seminargebäude der Jugendherberge lud dann nach einem Kaffee im Erdgeschoss zum Auftakt ein. Michael Keukert und Volker Goebels stimmten ein auf die kommenden fünf Stunden und gaben einen groben Überblick was uns erwarten sollte. (weiterlesen …)

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Kein Versagen beim Leistungsschutzrecht.

Wolfgang Michael beschwört auf carta das versagen der Netzgemeinde herrauf. Die Petition 35009 – ”Ablehnung des Leistungsschutzrechts für Presseverlage” ist ziemlich klar an dem Ziel von 50.000 Mitzeichnern vorbeigerauscht.

Aber kein Grund zur Sorge. Das Leistungsschutzrecht, ist nach wie vor ein Thema, was die breite Masse, anders als Acta oder die Vorratsdatenspeicherung nicht direkt betrifft. Im wahrscheinlichsten Falle, sollte es umgesetzt werden, fehlen demnächst einige Verlagsseiten bei google News und anderen Diensten.

Das wird Otto Normal kaum auffallen. Oder er surft bild.de fortan direkt an. Zudem kommt es mir so vor, als ob viele Menschen hier im Netz prinzipiell gegen ein LSR sind, aber langsam etwas Müde geworden sind. Müde, gegen die Mühlen zu mahlen aber voller Hoffnung, das der Schuss der Presseverlage ziemlich nach hinten losgeht. Das “das Netz” es hierbei aber nicht geschafft hat mit einer (sehr drögen) Petition mehr Zeichner zu finden, zeigt für mich nicht, das wir unsere Stimme und Schlagkraft verloren haben.

 

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Leistungsschutzrecht

In einigen Jahren wird jemand vor die Kameras treten, wehmütig dreinschauen und eingestehen was das Leistungsschutzrecht nur für ein Schwachsinn war. Das man es insgesamt verschlafen hat der Internetwirtschaft (sic!) unter die Arme zu greifen und Netz-Innovationen wegen abstruser Gesetze und Regelungen in Deutschland einfach nicht möglich waren.
Aber dann wird es zu spät sein und wir zahlen unsere Steuern längst in Ländern, die diesen Markt nicht komplett belächelt haben.

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Aus Gelb wird endlich Rot.

Gestern fand zum zweiten mal der “Runde Tisch gegen Rechts” mit dem Schwerpunkt Alemannia statt. Philipp Emmert war für die Piraten dort und hat den Tisch sehr ausführlich niedergeschrieben.

Seit ein paar Wochen geht die Berichterstattung der Presse ja glücklicherweise immer mehr auf die bisher so verkannte Problematik ein. Auslöser waren nicht zuletzt die Vorfälle in Sarbrücken. Ich bin froh, das Polizei, Alemannia, Fanprojekt und Politik mittlerweile geschlossen von einer rechten Unterwanderung in der Karslbande sowie von der Karlsbande ausgehender Gewalt in Richtung Aachen Ultras reden. Aus der gelben Karte gegen Rechts wird nun endlich eine Rote. Das hat lange gedauert. Ich hoffe nicht zu lange.

(weiterlesen …)

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Die nächste Stufe zu mehr Transparenz ist erbaut.

Zeit Online hat heute etwas großartiges veröffentlicht. Einen anonymen Briefkasten. Prinzip: Wikileaks. Über eine verschlüsselte Verbindung kann jeder recht anonym dem Verlag Informationen und Dokumente zukommen lassen. Zeit Online dazu:

Interne Papiere, Verträge, Datenbankauszüge – wenn Sie finden, dass die Öffentlichkeit davon erfahren sollte, können Sie uns diese Dokumente hier übermitteln.

Anschließend werden die Dokumente von Metadaten befreit, also weiter anonymisiert und einem Redakteur verschlüsselt weitergeleitet.

Wir verstehen uns nicht als Leaks-Plattform wie etwa Wikileaks. Alle hochgeladenen Informationen werden journalistisch überprüft und für die Berichterstattung bei ZEIT ONLINE und/oder DIE ZEIT ausgewertet. Ob Dokumente, die uns erreichen, anschließend von uns publiziert werden, entscheidet sich dann im Zuge dieses redaktionellen Sichtungsprozesses.

Anders als Wikileaks werden die hochgeladenen Dokumente nicht einfach veröffentlicht sondern Journalistisch geprüft.

Ein, wie ich finde, wichtiger und richtiger Weg bei aller geforderten Transparenz. Nicht jedes Hinterzimmer Gespräch, nicht jede Gästeliste müssen von allen Menschen öffentlich eingesehen werden können. Ich vertraue da (immer noch) auf das Urteilsvermögen der Journalisten. Und für den Fall das ein Datenspender sorge hat, jemand sei bei der Zeit befangen, gibt es immer noch genügend andere Stellen an die Informationen gespendet werden können.

Damit ist eine neue Stufe im Journalismus angebrochen. Vertrauliche oder brisante Informationen müssen nicht mehr persönlich übergeben werden sondern können über das Netz nahezu anonym übermittelt werden (Technische Details im Blog). Die von Zeit Online Entwickelte Software ist auf GitHub Open Source verfügbar. Somit kann jeder andere Verlag, Blogger oder Organisation das Leak-Tool für sich einsetzen, anpassen und verbessern.

 

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Insolvenz? Na und?!

Neckermann Insolvenz Kampagne: Offensiv nach vorne

Sehr schön wie offensiv Neckermann mit der aktuellen Insolvenz umgeht. Offensiv nach vorne. Das sorgt bei Facebook schon einmal für mächtig Likes, verbreitet sich langsam über Twitter und führt am Ende wohl bei den meisten zu einem Schmunzeln und einem sympathischen Markenbild. Gut so Neckermann.

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Es nervt: Gründe suchen die es nicht gibt.

Sommerloch? Langeweile? Ahnungslosigkeit? Rechtfertigungsversuche? Ich hab keinen blassen Schimmer, was in den Köpfen der Menschen angesichts der aktuellen Berichterstattung zum schrecklichen Massaker in Aurora los ist.

Was war sein Motiv? Welche Killerspiele spielte er? War er sozial isoliert weil er kein Facebook nutzte?

Können wir uns nicht einfach drauf einigen, das es immer verrückte auf der Welt geben wird? Können wir nicht lernen, damit umzugehen? Könnte es nicht besser werden, wenn solche Taten nicht bis ins letzte Detail Medial ausgeschlachtet und nach Gründen gesucht wird? Muss es immer für alles einen Grund geben? Muss alles als Titelseite ausgeschlachtet werden, was keinerlei Nachrichtenwert hat? Mir geht es gehörig auf den Sack.

Natürlich ist die Tat schrecklich. Natürlich möchten die Angehörigen Antworten. Natürlich muss man alles unternehmen das so eine Tat nicht noch einmal passiert. Natürlich könnte man die Waffengesetzte verschärfen. Oder anstatt dessen Batman Kostüme verbieten. Wir könnten überall Kameras hinhängen, Facebooks Nachrichtendienst überwachen, Daten auf Vorrat speichern. Strafen verhängen und das Netz zensieren. Wir können versuchen immer und überall jeden Schritt, jeden Gedanken, jedes Tun und jedes Handeln zu überwachen und zu kontrollieren. In so einer Gesellschaft möchte ich aber nicht leben.

Alle Maßnahmen, alle Berichte, ändern nix daran das es immer diese Idioten geben wird. Die ohne erkennbaren Grund, ohne Auffälligkeiten, einfach so, in Schulen, Kinos, Flugzeuge oder Städte stürmen und wahllos Menschen umbringen.

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Das Ende von Windows im Endkonsumentenmarkt.

Marcel Weiss stellt auf neunetz.com eine durchaus Denkenswerte Beobachtung auf. Ubuntu scheint neben iOs und Android das nächste System zu sein, welches den Markt aufrollen könnte.

Aktuell fliegt das ganze noch ziemlich unter dem Radar. Aber gerade im Endkosumentenmarkt braucht es jetzt schon nicht viel mehr als ein schlankes, stabiles System mit einem guten Browser. Das alles hat Ubuntu. Für null Euro. Mit der Einfürhung der Web-Api öffnet Canonical (die Firma hinter Ubuntu) eine neue Schiene die die großen noch nicht für sich erkannt haben. Das System wird zur Plattform, Entwickler nehmen sich dieser an. Erfinden nützliche Tools und machen Ubuntu so immer interessanter für den Massenmarkt. Windows wird es gegen null-Euro Software wie iOs, Android und Ubuntu immer schwerer haben.

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Erstes Coworking Treffen in Aachen

Am vergangenen Mittwoch haben sich René Bohne (Fablab), Alexander Plitsch, Matthias Lenssen (beide Nunzig), Christof Schreckenberg (Gründerzentrum Kulturwirtschaft / WERK52), Katrin Futterlieb (Stadt Aachen / Unternehmensförderung Kreativwirtschaft), Aron Binienda (Coforward), Rolf Kuck (Kosmonautika), Tobias Oebel (C/O) und meine Wenigkeit (WESTWERK / C/O) zum Coworking-Austausch im Nunzig getroffen.

Eine bunte Runde mit einer Fragen:  Wie kann man sich untereinander besser vernetzen?

Schnell wurde klar, das die Erwartungen und das Verständnis von Coworking sehr unterschiedlich sind. Von der reinen Vernetzung, über Aufträge generieren bis hin zu “irgendwie was Gemeinnütziges”. Tages-Tarife, 24/7 Zugang mittels Apps oder langfristige co-Mieter. Aber in einem Punkt war man sich einig: Den Gedanken von Coworking kennen zu wenige. Zu viele Freelancer, Selbständige und zwei bis drei Mann Büros ist die Idee hinter Coworking nicht bekannt.

Coworking: Freiberufler, Kreative, kleinere Startups oder digitale Nomaden, die unabhängig voneinander agieren oder in unterschiedlichen Firmen und Projekten aktiv sind, arbeiten [...] zusammen und können auf diese Weise voneinander profitieren. Coworking stellt Arbeitsplätze und Infrastruktur (Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon, Beamer, Besprechungsräume) [...] und ermöglicht die Bildung einer Gemeinschaft [...]. Dabei bleibt die Nutzung jedoch stets unverbindlich und zeitlich flexibel.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Coworking

Was ist.

Im beschaulichen Aachen existieren derzeit schon drei Coworking-Räume in der Stadt sowie ein Inkubator mit Coworking Ansatz im Technologiezentrum Herzogenrath. Die Kommunikation untereinander ist bisher, wenn überhaupt vorhanden mäßig. Eine Vernetzung und Synergien bestehen derzeit nicht.

Potentielle Coworker dürfte es in Aachen reichlich geben. Zumindest wenn keine Semesterferien sind, oder die frischen Absolventen nicht alle nach Hamburg, Köln oder Berlin abhauen weil es hipper ist. Wie also junge Kreative, kleine Agenturen und frische Absolventen vom Coworking überzeugen? Sind die Einstiegshürden zu hoch? Trauen sich so wenige einfach mal reinzuschauen? Oder Kommunizieren wir bisher nur schlecht das es Räume gibt?

Was soll.

Wir möchten uns untereinander besser vernetzen. Coworking in die Köpfe der Aachener tragen. Ideen und Konzepte entwickeln, warum Coworking gut ist und sich Coworking lohnt. Coworking lebt vom Austausch, von verschiedensten Menschen und Berufszweigen. Ist günstig und irgendwie besser als alleine im stillen Kämmerlein zu hocken.

Was wird.

Es kam die Idee auf, mit einer lockeren Veranstaltungsreihe zu starten und erstmal den Gedanken des Coworking sowie die vorhandenen Räume vorzustellen. Eine Mischung aus Barcamp, Webmontag, Designersaufen, grillen und nachher Party. Das ganze dann über bekannte Verteiler kommunizieren und vor allem auch bei Studenten der FH und TH bekannter machen.

Um die Veranstaltungsreihe zu organisieren, treffen wir uns nun einmal monatlich im Wechsel. Bisher ist der zweite Mittwoch im Monat angedacht. Das nächste Treffen wird wohl in der Königstraße stattfinden. Wer Lust hat, vorbeizuschauen ist eingeladen. Genauer Termin, Uhrzeit und Ort folgen noch.

Fazit

Ein konstruktives, interessantes Treffen mit guten Ideen. Ich bin gespannt, ob sich die anfängliche Euphorie hält und man es gemeinsam schafft, das ganze voran zu bringen. Potential hat das ganze jedenfalls.

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Gruppendynamik (update)

Vor über 25 Jahren begann eine Geschichte. Die Geschichte meines Lebens. Aber auch die Geschichte einer Gruppe. Eine Gruppe, die so einmalig ist, wie meine Geschichte.

Mehrmals wöchentlich  trafen sich meine Eltern mit anderen Pärchen. Aus der gleichen Stadt, aber aus unterschiedlichsten Vierteln, verschiedenste Berufe, Religionen und politische Ansichten. Interessen der anderen? Keine Ahnung. Beruf? Unwichtig. Swingerclub? Nicht ganz.

(weiterlesen …)

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Entdeckung der Langsamkeit

Ich mag Gespräche. Gut werden sie, wenn sie lang sind, wenn sie in die Tiefe gehen. Kontrovers dürfen, aber müssen sie nicht sein. Gut wenn sich zwei Gesprächspartner kennen, aber auch schön mit neuen Menschen zu sprechen.

Ich führe gerne Gespräche. Aber ebenso gerne höre ich zu. Und dafür gibt es etwas wunderbares:

Podcasts.

Das ideale Medium zum zuhören. Seit einigen Wochen Monaten lausche ich nun auf dem Weg ins Büro, beim Einkauf oder beim joggen Holger, Tim, Johnny & Tanja, mspro und Max, Frank und Fefe sowie Linus Neumann mit Tim Pritlove.

Interessenbedingt behandeln die meisten Podcasts, die ich höre, Themen rund ums Netz, die Digitale Gesellschaft und Technik im allgemeinen.
Aber dank des tollen Internets gibt es zu so ziemlich jedem Thema einen Podcast. Egal ob Yoga, Politik, Bildung oder Comedy. Sicherlich also auch etwas für euch dabei. Für den Einstieg aber hier nun meine Empfehlungen. Viel Spaß beim zuhören. Weitere Empfehlungen sind in den Kommentaren sehr willkommen.

Meine Podcast Empfehlungen

Not Safe For Work

Tim und Holgi sprechen alle zwei Wochen über so ziemlich alles. Bisschen Netz, bisschen Politik, bisschen Podcast, bisschen Leben, bisschen Job, bisschen alles und bisschen so. Sehr unterhaltsam und immer wieder ein schöner Überblick was so in der Welt passiert ist.

Wrint

Holger Klein veröffentlicht auf “Wer redet, ist nicht tot.” unterschiedliche Podcast. So geht es z.B. einmal im Monat im Rahmen der Ortsgespräche zu Christoph Lauer ins Büro (Piraten, Berliner Landtag). In der Wrintheit werden Hörerfragen an Holgi und Nicolas beantwortet und im Realitätsabgleich geht es zusammen mit Toby um die vergangene Woche. Wenn Holger anruft wird es oft richtig spannend. In ein bis zwei Stunden langen Podcast unterhält sich Holger mit Menschen die irgendwo auf der Welt sitzen Fondsmanager sind, nach Polen ausgewandert oder sich mit Strom auskennen.

Spreeblick

Die beiden sowieso schon total sympathischen Berliner Tanja und Johnny Haeusler setzen sich in unregelmäßigen Abständen vor das Aufnahmegerät. Meist ohne konkretes Thema. Das macht das ganze ungemein locker und spannend, weil man nie so richtig weiß worüber die beiden in den nächsten fünf Minuten reden werden.

Wir. Müssen reden.

Michael Seemann (mspro) und Max Winde reden monatlich über Kultur und Politik und Welt. Und Dinge. Manchmal mit Gästen. Auch mal alleine. Manchmal wir. Aber immer irgendwie gut.

 

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Wieder hier.

Ich habe mir Sascha Lobos Vortrag auf der diesjährigen re:publica zu Herzen genommen.

Mein Blog ist wieder hier. Auf dem eigenen Server, mit der eigenen Datenbank, mit ein bisschen selber Hand anlegen und irgendwie dem guten Gefühl alles selber unter Kontrolle zu haben. Halbwegs zumindest, ist ja schließlich immer noch ein WordPress.

Ich versuche nun wieder regelmäßiger zu bloggen und bei manchen Themen auch mal etwas in die Tiefe zu gehen. Aber jetzt freue ich mich erst einmal auf das neue Zuhause. Der Tumblr-Blog bleibt weiter bestehen wird aber mehr und mehr automatisch bespielt.

Auf fröhliches bloggen.

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Facebook gibt euch Privatsphäre und ihr regt euch auf.

Facebook hat gestern wiedermals eine kleine Umstellung vorgenommen. Ohne euch vorher zu fragen, wurden auf allen Profilen eure hinterlegen E-Mail Adressen ausgeblendet und nur noch eure @facebook E-Mail Adresse angezeigt.

Der Schritt ist logisch, denn seit Einführung von Facebook Mail kann auch mit externen (die keinen Facebook-Account besitzen) über diese Schnittstelle geschrieben werden. Ohne das der Facebook-Nutzer seinen gewohnten Nachrichtendienst verlassen muss.

Für den Fall das Ihr nur eine Mail Adresse besitzt, schützt Facebook also ab jetzt eure private oder geschäftliche E-Mail Adresse und zeigt standardmäßig nur die eigene. So können weniger Rückschlüsse auf eure Person gezogen werden, es landet tendenziell weniger Spam bei euch und andere Dienste die auf euer Profil zugreifen fehlt nun die (sehr nützliche) Information eurer sonst überall verwendeten Mail Adresse.

Manchmal ist Zuckerberg gar nicht so böse.

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Warum ich die Piraten wählte

  • ACTA
  • Vorratsdatenspeicherung
  • OpenData
  • Reform des Urheberrechts
  • Leistungsschutzrecht

Also so ziemlich wegen jedem Thema was mich mehr oder weniger sehr direkt betrifft und die etablierten antiquierten Parteien es seit Jahren verkacken sich ernsthaft mit diesen Themen auseinander zu setzen.

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Drei Tage digital ganz analog.

Es ist wieder so weit. Die re:publica öffnet am Mittwoch zum sechsten mal ihre Tore. Diesmal in neuer, größeren Location. Das ehemalige Klassentreffen der deutschen Blog-Gemeinde ist ziemlich erwachsen geworden. Mit mehr als 3.000 Besuchern zählt die Konferenz zu den größten und wichtigsten in Deutschland.

Themen von Medien und Kultur über Politik und Technik bis zu Entertainment. Dieses Jahr ist ACT!ON das gewählte Motto. Von 2. bis 5. Mai geht es darum Mobilität, Ressourcenverteilung oder Finanzen neu zu denken, Gesellschaftliche Denkmuster und Geschäftsmodelle auf den Kopf zu stellen und im Zuge der DIY-Bewegung Produktion und Konsum neu zu definieren.

Aus der ganzen Welt angereiste Netzaktivisten, Blogger, Querdenker, Vordenker und Zuhörer stoßen ganz real aufeinander. Erzählen, diskutieren, überlegen und tauschen sich aus. Für jeden der “irgendwas mit Medien” macht eine muss man mal gemacht haben Veranstaltung.

Ich freue mich auf spannende Vorträge, neue Denkanstöße und eine Menge “analoger” Gespräche. Die Smartphones und Tablets sind aufgeladen und der Dreierstecker eingepackt.

Für alle daheim geblieben wird es von einigen Vorträgen Live-Streams geben. Einfach Mittwoch auf http://re-publica.de/12/ vorbeischauen. Oder den Hashtag #rp12 verfolgen.

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Bluetooth-Stereo-Headset-Test Runde zwei: Sennheiser MM100

Nach dem mich das Philips SHB6110 nicht überzeugen konnte und seinen Weg wieder zurück zu Amazon antrat, kam auch schon das Sennheiser MM 100 * ins Haus geflattert.

Seit über zwei Wochen begleitet mich das Sennheiser Headset nun Tag für Tag, Zeit für einen kurzen Bericht.

Zweiter Test: Sennheiser MM 100

Das nur 54g schwere Bluetooth Headset wird für 99 € inklusive USB-Ladegerät geliefert. Ein aufladen ist also auch unterwegs ohne Laptop möglich.

An der rechten Hörmuschel befinden sich insgesamt fünf Tasten. Vier kleine für Vor- und zurück und zur Lautstärkereglung sowie eine große die für Start / Stop und zum Ein und Ausschalten herhält.

Das Pearing ist nicht ganz so selbsterklärend wie beim Philips. Nach einem kurzen Blick in die Anleitung funktioniert das aber auch erstmal auf Anhieb.

Nun der Sound-Test. Die Wiedergabe wirkt insgesamt sehr ausgewogen, wenn auch etwas basslastig. Aber insgesamt eine sehr angenehme Sennheiser-Qualität.

Der Komfort

Beim laufen liegt es gut am Kopf und macht sich kaum bemerkbar. Eine klare Verbesserung zu den ewig hin und her wippenden Kabeln.

Nach mehrere Stunden tragen merkt man das Headset schon an den Ohren. Es zwickt ein wenig und drückt ganz leicht. Meistens lässt sich das aber durch ein wenig zurechtrücken beheben und den nächsten Stunden steht nichts im Weg.

Naja, nix bis auf den Akku. Der hält gute 6-7 Stunden Wiedergabe aus. Man sollte aber dran denken, das Headset auszuschalten wenn es nicht benötigt wird – denn von selber schaltet es sich erst ab wenn es nicht mehr mit einem Gerät verbunden ist.

Und sonst?

Kleines Manko: hin und wieder klappt das “pairing” nicht ordentlich, das Headset “hängt sich auf” und kann nur mit dem Anschluss ans Netzteil wiederbelebt werden.

Fazit

Für hundert Euro kriegt man hier ein wirklich anständiges Headset. Gute Tonqualität, schöner Tragekomfort und ausreichende Laufzeit. Kaufempfehlung.

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Viereinhalb Jahre. 1642 Tage.

Nun geht sie vorbei. Eine tolle Zeit, ohne Putzplan, ohne Haushaltskasse und ohne wirklich große Streiterein.

Die Zeit in der wohl coolsten, partytigsten, größten, zentralsten und liebevollsten WG. Die letzten Tage sind angebrochen, die Fenster werden (schon lange) nicht mehr geputzt und bei jedem einzelnen Feierabendbier wird das Ende um so bewusster.

Es war schön hier, schön mit dir, schön mit euch, schön mit den Jungs. Dabei mussten die 108 Quadratmeter so einiges über sich ergehen lassen. Einweihungsfete an Sylvester mit DJ und gefühlten 150 Gästen. Australien-Verabschiedungsparty. Diverse Vortrinken, EM-Spiele, Video-Abende und Geburtstage.
Die einen lernten nur das Wohnzimmer und Gästeklo kennen, andere auch die angrenzenden Zimmer. Und blieben für Jahre.

Viele Partys, viele Flaschen Wein, viele gute Gespräche, viele Bekanntschaften und Erinnerungen bleiben hängen. 
Wochenlange Aktionen wie die Qualifikation zum Grolsch-WG Finale. Aktionsvideos planen. Leute rekrutieren, mit Bierkästen durch die Stadt rennen oder vom Markt bis zum Puppenbrunnen eine Bierrinne bauen. Kästenweise das grüne Gold nach Hause schleppen um am Ende mit 120 verrückten, einem Kühlwagen vor der Tür, Live-Band im Wohnzimmer und Rauchmeldern die irgendwann genug hatten von der Nebelmaschiene. Das hat sich bei uns (und sicherlich auch dem ein oder anderen Nachbarn) sehr gut eingebrandt.

Ich werde es vermissen im Frühling auf dem Bürgersteig Schach zu spielen, nach Hause zu kommen und über wahnwitzige Geschäftsideen zu diskutieren, sich über die nächste technische Anschaffung zu wundern und sich zu freuen das jemand gekocht hat.

Es waren tolle Jahre.

Danke Patric, Danke Gerrit, Danke M26!

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Smartphone Geräte-Abgabe bringt mehr als Streaming-Einnahme

Marcel schreibt drüben bei neunetz.com das bei Smartphones mit mehr als 8GB Speicher eine Abgabe von 36 € pro Gerät an die Gema gehen. Also schon gegangen sind – die Abgabe ist natürlich im Kaufpreis enthalten.

Wie viel von den 8 GB werden nun von Musik belegt? Ziehen wir magere 500 MB für das System ab und noch einmal 1-1,5 GB für Fotos und Videos bleiben immer noch 6 GB Musik

Rechnen wir doch mal etwas:

6 * 1024 / 4 = ca. 1500 Musiktitel
36 € / 1500 = 0,024 pro gespeichertem Song. 

Eine Goldgrube im Gegensatz zu 0,0016 $ pro gestreamten Song bei Spotify

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Bluetooth-Stereo-Headset-Test Philips SHB6110

Mich nerven Kabel. Stromkabel, Netzwerkkabel aber vor allem Headset-Kabel. Nix stört mehr als ein mitwippenes Kabel beim joggen oder am Schreibtisch gefesselt zu sein

Deshalb soll jetzt ein Bluetooth-Headset her mit einigen Anforderungen:

  • Leicht (zum joggen)
  • Stereo (Weil Musik)
  • Keine In-Ear (Mag ich nicht)
  • Möglichst mit Nackenbügel (die wenigen Haare da oben sollen noch bleiben)
  • Akkulaufzeit mindestens 8 Stunden
  • Mindestens Tasten für Lautstärke und zur Gesprächsannahme

Dank Amazon kann man sich den ganzen Kram ja einfach mal bestellen, einige Stunden testen und dann bei nichtgefallen zurückschicken.

Fangen wir also mit der günstigen Variante an.
Einem Philips SHB6110 *

Erster Test: Philips SHB6110

Für knapp 60 € gibt es recht solides Headset. Schnell ausgepackt, ein bisschen aufgeladen und mit iPhone und MacBook innerhalb von Sekunden gekoppelt. Soweit so gut – die Erkennung funktioniert so wie es bei Bluetooth sein sollte.

Mit den Tasten an der rechten Ohrmuschel lassen sich die Lautstärke anpassen, Titel vor und zurück springen sowie Starten und pausieren.

Die Tonqualität ist für meinen Geschmack zu Basslastig und insgesamt etwas unausgewogen. Aber High-End hatte ich zu dem Preis nicht erwartet.

Telefontest. Ernüchterung pur. Total blächernd, das Gegenüber hört sich selber und das bei sehr geringer Lautstärke. Umgebungsgeräusche werden voll mit übertragen. Also selbst zum skypen im Büro nicht geeignet - geschweige denn im Straßenverkehr.

Egal. Zurück zur Musik. Aufgezogen, angelassen und schon nach zwei Stunde das erste mal genervt zur Seite gelegt. Tragekomfort fühlt sich irgendwie anders an. Trotz einstellbarer Bügelgröße drückt und zwickt es irgendwann schon merklich. Acht Stunden möchte ich das nicht auf den Ohren haben.

Fazit: Wer ein Headset zum hin-und-wieder Musik hören sucht und nicht tief in die Tasche greifen möchte kann mit dem Philips SHB6110 glücklich werden. Wer wie ich aber beim telefonieren die Hände frei haben will oder längere Zeit mit Musik auf den Ohren verbringen möchte sollte die Finger davon lassen.

Weiter geht es mit dem Sennheiser MM 100 * 

* (Partnerlink )

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Die Zeitung, Zielgruppen und worum es eigentlich geht.

Meine kleine Kritik zur ePaper App der Aachener Zeitung hat Ende vergangenen Jahres ganz kurz eine ziemliche Welle geschlagen. Nicht nur die Online-Redaktion des Zeitungsverlags meldete sich per Mail und Twitter bei mir, auch eine Reaktion der Chefredaktion gab es per Mail.

Der Ton war freundlich, teils aber auch ein wenig angefressen, so als ob man einen ziemlich Wunden Punkt getroffen hat. Nun gut, da kommt so ein Internet-Vollschreiber daher, kriegt kurz ziemlich viel Aufmerksamkeit, ist bei den relevanten Suchbegriffen recht weit oben bei Google gelistet und bekommt sowohl in den Kommentaren wie auch auf Twitter allgemeinen Zuspruch zu seinen Worten.

Wenn man als Verlag einige Zeit, einiges Geld und einige Mitarbeiter in solch ein Projekt reingesteckt hat, ist es klar das einen das nicht wirklich zu Freudensprüngen bewegt. 

Auf dem vergangenen Twittwoch in Aachen hatte ich nun die Gelegenheit mich einmal persönlich zu diesem Thema Auszutauschen. Ich erzählte wieder einmal das ich mit der AZ aufgewachsen bin. Ich lese die Zeitung gerne, wenn sie mir in die Hände fällt. Ich weiß das es nach wie vor einen (großen, teils wachsenden) Markt für Full-Service-Zeitungen gibt und ich weiß, wie ungemein schwer es ist in einem so hierarchisch aufgebautem Konzern neue Strukturen einzuführen und Mitarbeiter umzuschulen. Das ist alles kein Zuckerschlecken. Das kostet alles eine Mark und ja, natürlich kann man nicht alles “einfach mal” ausprobieren.

Das ist aber nicht der Punkt.

Festgeklammert am Print Produkt, optimistisch gestimmt das die (online)-Anzeigen stark zunehmen und es ja einen Bedarf für den Mantel gibt, wird eins nicht verstanden: Eine Zielgruppe wie mich.

Zwischen 20 und 30 € gebe ich monatlich im Schnitt für Musik, Serien und Apps aus. Spendiere zwischen 5 und 10 € per flattr und gönne manchen Projekten wie dem “Not Safe for Work” Podcast eine kleine Spende.

Ich lebe und konsumiere im Netz. Bin bereit für guten Inhalt, den ich bequem beziehen kann, Geld zu bezahlen. Ich möchte sogar ganz dringend Geld bezahlen für gute Leistungen. Egal ob diese aus einem großen Verlagshaus stammen, oder vom Blogger aus meiner Nachbarstrasse. 

Nur der Zeitungsverlag möchte mein Geld scheinbar nicht. Ich bin nicht bereit 15,99 € im Monat zu bezahlen um den Mantel zu einem Großteil mitzufinanzieren. Ich möchte eine Möglichkeit, die Ressorts zu einem angemessenen monatlichen Betrag zu abonnieren, die mich interessieren.

Heutzutage ist die Vertriebs und der Exklusivitätsdenke der Verlage nicht mehr nötig. Dank Internet existieren nahezu keinerlei Vertriebskosten. Ob meine iPad Zeitung alle Ressorts oder nur den Lokalteil enthält ist fast Kostenneutral. Und dank Apple muss ich mich als Verlag nicht einmal um Abrechnungssystem, Auslieferungsdienst und Inkasso kümmern.

Ich Wünsche mir hier eine Diskussion abseits von Zahlen, Kosten und Machbarkeiten. Eine offene Runde die sich über Chancen, Möglichkeiten und Machbarkeit austauscht und anfängt eine bisher vernachlässigt, belächelte Zielgruppe ernst zu nehmen.

Denn: Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe.

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