Internet und so.

Bits und Bytes rasen seit Jahren durch unsere Welt. Facebook, youtube und What’sApp machen die Vision Marshall McLuahns vom “global village” an vielen Orten schon heute alltäglich.

Wie sieht das “globale Dorf” heute aus? Wo rasen die bits und bytes entlang, welche Geschichte hat das Netz hinter sich und wieso laufen wir Deutschen gerade Gefahr bald nicht mehr Teil des globalen Dorfes zu sein?

Angefangen hat alles schon vor über 30 Jahren. Damals, nach dem ARPANET war der erste wirklich kommerziell Nutzbare Dienst in Deutschland Bildschirmtext – kurz BTX.

Die Einwahl erfolgte über Akustikkoppler oder Modems die eine Geschwindigkeit von sagenhaften 30 Bit – also 30 Zeichen pro Sekunde lieferten. Da kann man noch beim übertragen mitlesen.

Bunt und bebildert wurde es erst mit dem Einzug des World Wide Webs Anfang der 90er Jahre. Neben mittlerweile recht alltäglichen Diensten wie Newsgroups, FTP und Mailbox begann mit dem WWW die Ära des Internets wie wir es heutzutage Tag für Tag nutzen und schätzen.

Mit dem Start des WWW, erschwinglichen Minutenpreisen und immer  mehr Angeboten stieg die Nachfrage stetig. Auch nach immer mehr Bandbreite. Kurz vor der Jahrtausendwende starte die Telekom ihr DSL Angebot.

Immer mehr Dienste entstanden, es wurden Millionen in junge Firmen investiert und so ziemlich jedes neue Start-Up war kurz nach seinem Start an der Börse gelistet.

Anfang 2000 platze sie dann, die Dot-Com Blase.

Millionen wurden versenkt, Dienste verschwanden fast so schnell wie sie entstanden waren. Es wurde lange Zeit still in der Welt der Informationstechnik.

Dann jedoch, Anfang 2004 wagte sich eine kleine Kalifornische Firma wieder an die Börse. Mit Millionen überhäuft, regte sich langsam wieder etwas Hoffnung in der jahrelang gebeutelten IT-Branche. Dienste rund um google entstanden, immer mehr Firmen entdeckten das Netz wieder für sich und fingen an, eigene Dienste zu bauen.

Musik und Videos über napster, itunes und netflix
Soziale Kontakte mit studivz, facebook und path
Dateien über dropbox, s3 und icloud tauschen
Dinge teilen und archivieren über pinterest, twitter und evernote.

Das Internet ist bei vielen längst im Alltag angekommen. Überall dort wo genug Bandbreite existiert. 

Während in Schweden selbst im 740 Seelen Dorf ‘Hede’ (500 km entfernt von Stockholm) youtube Videos und iPhone-Updates ruckelfrei und in Minutenschnelle heruntergeladen sind, so ist hierzulande schon ein paar Kilometer hinter der Stadtgrenze Schluss mit dem Internet von heute.

Gemeinsames Arbeiten an Dokumenten, der Austausch der Urlaubsbilder mit Freunden am anderen Ende der Welt oder den verpassten Tatort in der Mediathek schauen. Alles Dienste die an vielen Orten Deutschlands noch immer mit viel warterei und teilweise garnicht möglich sind.

Dabei verlieren nicht nur privat genutzte Dienste. Auch das werben und präsent sein im Netz wird für kleine Einzelhändler oder selbständige Dienstleister immer wichtiger. Oder die Recherche für Schüler und Studenten. Wer mit wenigen Kilobytes durch das WWW surft, Webvideos vielleicht gar nicht richtig betrachten kann oder einige Minuten zum versenden eines Dokuments einplanen muss hat einen Nachteil gegenüber Netztechnisch besser gestellten.

Nachdem das Internet nun in unserem Alltag angekommen und immer fester integriert ist, ist es wichtig nicht den technischen Anschluss zu verlieren. 

Auch die hinterste Ecke muss mit vernünftigem Zugang versorgt sein.

Dörfer müssen wieder zum globalen dazugehören.