Die nächste Stufe zu mehr Transparenz ist erbaut.

Zeit Online hat heute etwas großartiges veröffentlicht. Einen anonymen Briefkasten. Prinzip: Wikileaks. Über eine verschlüsselte Verbindung kann jeder recht anonym dem Verlag Informationen und Dokumente zukommen lassen. Zeit Online dazu:

Interne Papiere, Verträge, Datenbankauszüge – wenn Sie finden, dass die Öffentlichkeit davon erfahren sollte, können Sie uns diese Dokumente hier übermitteln.

Anschließend werden die Dokumente von Metadaten befreit, also weiter anonymisiert und einem Redakteur verschlüsselt weitergeleitet.

Wir verstehen uns nicht als Leaks-Plattform wie etwa Wikileaks. Alle hochgeladenen Informationen werden journalistisch überprüft und für die Berichterstattung bei ZEIT ONLINE und/oder DIE ZEIT ausgewertet. Ob Dokumente, die uns erreichen, anschließend von uns publiziert werden, entscheidet sich dann im Zuge dieses redaktionellen Sichtungsprozesses.

Anders als Wikileaks werden die hochgeladenen Dokumente nicht einfach veröffentlicht sondern Journalistisch geprüft.

Ein, wie ich finde, wichtiger und richtiger Weg bei aller geforderten Transparenz. Nicht jedes Hinterzimmer Gespräch, nicht jede Gästeliste müssen von allen Menschen öffentlich eingesehen werden können. Ich vertraue da (immer noch) auf das Urteilsvermögen der Journalisten. Und für den Fall das ein Datenspender sorge hat, jemand sei bei der Zeit befangen, gibt es immer noch genügend andere Stellen an die Informationen gespendet werden können.

Damit ist eine neue Stufe im Journalismus angebrochen. Vertrauliche oder brisante Informationen müssen nicht mehr persönlich übergeben werden sondern können über das Netz nahezu anonym übermittelt werden (Technische Details im Blog). Die von Zeit Online Entwickelte Software ist auf GitHub Open Source verfügbar. Somit kann jeder andere Verlag, Blogger oder Organisation das Leak-Tool für sich einsetzen, anpassen und verbessern.