Breitband gehört in unsere Hand.

Google bringt in den nächsten Monaten das Internet nach Austin. Jetzt ist es nicht so, das in Austin bisher kein Internet da ist. Google bringt einfach nur das Netz in der schnellsten für Privatleute verfügbaren Form. Google Fiber reine 1000 Mbit Glasfaser. In beide Richtungen. Plötzlich hängt eine ganze Statt an einem so schnellen Internet, so das man nicht mehr merkt ob man gerade die Fotos im Netz wegspeichert oder auf die externe Festplatte ablegt.

Google tut hier etwas, was eigentlich nicht googles Job ist. Netze  (zum Endkungen) und Inhalteanbieter waren und sind heut zu tage meist noch getrennt. Doch scheint man in Mountain view nun nicht mehr darauf warten zu wollen, das die derzeitigen Anbieter die Netze selber ausbauen und nimmt es kurzerhand selbst in die Hand.

Nun kann man viel über Netzneutralität und über das Böse google reden, philosophieren und diskutieren. Aber eins ist offensichtlich: es gibt derzeit neben google eigentlich niemanden, der  ein so enormes Interesse an einem zügigen Netzausbau hat.  Apple und Microsoft verschlafen den Internet-Markt immer noch, facebook muss im mobilen-Segment ankommen. Nur google bekommt mit manchen Diensten langsam Probleme, wenn man hier mehr als Suchmaschine sein will (youtube, hangouts, google-drive).

Mit der geschaffenen Kapazität sind stationäre Rechner auf einmal obsolet. Rechenleistung kann ins wesentlich effizientere Rechenzentrum ausgelagert werden und die Cloud ist selbst bei Gigabyte großen Foto und Film-Archiven keine langsame Krücke mehr. Und das sind alles nur heutzutage Millionenfach praktizierte Beispiele.

Spaßig wird es nun, wenn sich angeschlossene Universtitäten, Startups, Mediziner, Physiker, Mathematiker und Garagen-Genies Anwendungsfälle ausdenken und realisieren, die mit den heutigen Leitungen schlichtweg undenkbar sind.

Und jetzt den Schwenk: Breitband in Deutschland ist, was schneller als 2Mbit ist. (500 mal weniger, als google derzeit liefert!).
Aber dieses Internet wird sicher wieder weg gehen. Wir werden eines Tages wieder mit Kutschen fahren und die Straßenlampen Abends wieder von Laternenanzündern entzündet.

Unsere Regierung tut herzlich wenig für einen vollflächigen Breitbandausbau. Das überlässt man, so wie unsere Stromnetze, den Konzernen. Werden die schon irgendwie richten. So wie unsere Gas-, Wasserleitungen und Straßen. Oooh. Moment. Die sind ja weitestgehend in Staatshand… Wenn “der Markt” es also nicht hinbekommt, für vernünftige Infrastruktur zu sorgen, sollte das wieder in Staatshände gelegt werden. Der darf das dann gerne wieder an den Markt verkaufen (Autobahnmaut, …), soll aber gefälligst seine Hausaufgaben machen.

Ansonsten kommt auch zu uns schon bald ein großer Suchmaschinenanbieter mit großen Scheinen, nimmt das Netz selber in die Hand und vernichtet, unter großen Protesten und Tränen, so nach und nach alle Trennung zwischen Inhalte-Anbieter und Netzbetreiber. Das kann und darf nicht in unserem Sinne sein.