Fünf Tage hab ich nun hinter mir. Dadrunter auch ein Wochenende. Ansich ist Wochenenddienst ja nicht wesentlich anders als Dienst an Werktagen. Ausgenommen dem ungemein oft auftauchenden Gedanken das doch gerade Wochenende ist! Das macht mich fertig. Sonntag in der Küche zu stehen und im Radio zu hören “Einslive, Acht!…” Acht Uhr, an einem Sonntag, bisher war ich dort entweder noch volltrunken in der Stadt unterwegs, auf dem Weg nach Hause mit Abstecher beim Bäcker oder schlief schon ein paar Stunden. Dieses lari-fari Leben hat sich nun wohl verabschiedet. Langsam fängt man an die Schule zu vermissen.
Nun ist Montag, ja Montag, ein Tag vor meinem Tag. Meinem freien Tag. Dienstag, da darf ich mich entspannen. Jede Woche, jeden Dienstag, toll? Nein! Wozu denn seine freie Zeit im Bett verschwenden oder mit dem durchstöbern von Blogs und Youtube Videos wenn man doch, genau, arbeiten kann! Morgen geht es also auch wieder raus. 8:00 Uhr. 9:00 Uhr im FACE antanzen und 3 Rechner neue aufsetzen. Um 15:00 Uhr ist dann aber spätestens Schluss, dann geht’s auf zu einer - hoffentlich - recht amüsanten und erfolgreichen Fahrt nach Dortmund. Alemannia gucken und auf einen Punkt hoffen. Angestrebte Rückreiseankunftszeit ist 1 Uhr. Schön, das der Wecker Mittwoch dann wieder um 5:30 klingelt..
5:1, Auswärts. Eine Schlappe, wie in Cottbus, vor über einem Jahr. Damals noch in der zweiten Liga.
Fünf Tore die in den falschen Kasten gingen. Bielefeld hat seine Chancen genutzt. Wir hatten Glück das nicht mehr als 5 rein gegangen sind. Der Frust stieg, vom ersten Tor an. Abseits oder nicht? Eigentlich stellt sich die Frage gar nicht. Scheiße das Ding ist drin. Und dann, ein paar Minuten später. Zack das nächste. Weiter geht’s, singen tanzen kämpfen und zumindest versuchen noch mit einem Punkt aus der Sache raus zugehen. Halbzeit. Noch immer singen und tanzen einige im Stehblock. Die Stimmung ist super, trotz den zwei Toren Rückstand. Anpfiff. Sofort nach vorne. Zack 2:1. Wir brodeln, freuen uns, sind wieder voller Hoffnung voller Euphorie, die Stimmbänder wieder geheilt, wir feuern an, wir schreien, wir singen und tanzen was unsere Füße und Kehlen nur hergeben. Aber dann, die Mannschaft taumelt, hält nicht mehr zusammen, verliert einen Ball nach dem anderen. Zweikämpfe enden fast ausschließlich in den Füßen der Bielefelder. Dieser stürmen immerzu sofort los aufs Tor. Und treffen auch - meistens.
Fünf Dinger haben wir bekommen. Wären es zwei oder drei, der Frust würde kleiner Ausfallen. Aber eines ist beachtlich. Die Fans stehen hinter der Mannschaft und der Großteil auch hinter unserem Trainer. Trotz fünf Toren, trotz eines sehr mauen Spiels, die Mannschaft wird klatschend verabschiedetet, 90 Minuten gab es einen astreinen Support den die Bielefelder selbst beim 5:1 nicht lange hinbekommen haben. Anscheinend begreifen wir, das wir langsam in der ersten Liga ankommen. Wir als kleiner Klümchensklupp, wir gegen die großen, mit einem Etat, wo sich andere Vereine eine Woche Trainingscamp gönnen würden. Wir brauchen sicherlich noch etwas und auch wenn wir aus dem November ohne Punkte rausgehen, weiß ich das wir hinter Aachen stehen, egal wo.
Fußball, eine Sache die sich mir wohl nie so ganz erklären wird. Da fangen wir am Anfang der Saison etwas dümmpelnd an, spielen uns danach aber ab dem dritten Spieltag schnell nach Vorne, gegen Mannschaften und Teilweise mit Leistungen wo manche treue Anhänger kurz überlegt hätten bei ewin 5 Euro zu setzen. Fußballkenner bin ich wohl keiner, von Taktik habe ich genauso wenig Ahnung wie von Maschienenbau. Aber eins sieht man als oftmals verschriener “Modefan” wohl auch ohne das seit frühen Kindertagen von Papa eingedribbelte Fußballgefühl. Aachen ist eine Mannschaft, eine Gruppe, ein Zusammenhalt. Sowas findet man in der Oberklasse des Fußballs, wo Spieler mit deutschem Namen höchstens auf der Ersatzbank zu finden sind und Siege wohl eher freudiges Bares als Freude über die erbrachte Leistung sind, wohl kaum noch.Aber hier in unserer kleinen Stadt, in unserem Verein auf unserem Tivoli (lasst das Teil stehen, verdammt!) da tanzen ein Reghecampf ein Schlaudraff ein Rösler und einige andere im Kreis und freuen sich (juht, ein bisschen Taschengeld wirds auch geben). Hier ist Fußball in der Mannschafts-Fan Beziehung noch immer Regionalliga, ganz dicke zusammen. Mittendrin halt.
Dieser Uusammenhalt, diese Freude am Spiel, dieser Spaß beim verabschieden von Willi und Erik, wohl zwei der wertvollsten und wichtigsten Spieler die die Alemannia jemals über etliche Jahre bei sich halten konnte, sowas lässt einen schnell vergessen wenn sich dieser Klömpchensklub auch mal einen Patzer nach einer 1:0 Führung durch blose unaufmerksamkeit (mal wieder) versaut.
Bis zum nächsten Wochenende!