Heute Mittag habe ich bei einer Bewohnerin das Bett bezogen, einen Job den ich bei meinem Zivildienst mehr mals täglich erledige. Die herzliche Bedankung mit den Worten “Ihre spätere Frau kann sich sehr glücklich schätzen einen so guten Hausmann zu haben” hört man aber nicht oft :-).
Fünf Tage hab ich nun hinter mir. Dadrunter auch ein Wochenende. Ansich ist Wochenenddienst ja nicht wesentlich anders als Dienst an Werktagen. Ausgenommen dem ungemein oft auftauchenden Gedanken das doch gerade Wochenende ist! Das macht mich fertig. Sonntag in der Küche zu stehen und im Radio zu hören “Einslive, Acht!…” Acht Uhr, an einem Sonntag, bisher war ich dort entweder noch volltrunken in der Stadt unterwegs, auf dem Weg nach Hause mit Abstecher beim Bäcker oder schlief schon ein paar Stunden. Dieses lari-fari Leben hat sich nun wohl verabschiedet. Langsam fängt man an die Schule zu vermissen.
Nun ist Montag, ja Montag, ein Tag vor meinem Tag. Meinem freien Tag. Dienstag, da darf ich mich entspannen. Jede Woche, jeden Dienstag, toll? Nein! Wozu denn seine freie Zeit im Bett verschwenden oder mit dem durchstöbern von Blogs und Youtube Videos wenn man doch, genau, arbeiten kann! Morgen geht es also auch wieder raus. 8:00 Uhr. 9:00 Uhr im FACE antanzen und 3 Rechner neue aufsetzen. Um 15:00 Uhr ist dann aber spätestens Schluss, dann geht’s auf zu einer - hoffentlich - recht amüsanten und erfolgreichen Fahrt nach Dortmund. Alemannia gucken und auf einen Punkt hoffen. Angestrebte Rückreiseankunftszeit ist 1 Uhr. Schön, das der Wecker Mittwoch dann wieder um 5:30 klingelt..
Das mit den guten Vorsätzen ist ja so eine Sache, da nimmt man sich lange lange vor bei diesem besonderen Zeitlich ja zum Glück befristeten Ereigniss von 9 Monaten, zumindest alle paar Tage ein paar Zeilen zu schreiben und dann schon wieder sowas.
3 Wochen sind nun schon knapp vorbei. Vorbei ist es auch mit der anfänglichen Frustration. Langsam fängt der Zwangsdienst an Spaß zu machen. Ob das einfach nur daran liegt, das man sich an die immer wiederkehrenden Aufgaben gewöhnt und so langsam in einen Trott verfällt, oder daran, das die doch teilweise sehr interessanten und Abwechslungsreichen Minuten die ich mit den Hausbewohnern verbringe das ganze drumherum wieder schnell vergessen lassen.
Eine Gesunde Mischung aus beidem wird es wohl sein. Zumal man nun auch so nach und nach weiß was zu tun ist und seine Aufgaben so recht zügig erledigt bekommt. Leider heißt das aber nicht, das wenn man seinen “Sold” erfüllt hat auch mal seiner Lunge, oder gar seinen Füßen etwas Entspannung zukommen lassen darf.
Ungern gesehen wird jenes gleichen, es gibt schließlich genug Arbeit, da ist für Außerplanmäßige Pausen einfach keine Toleranz vorhanden.
Das nervt mich noch sehr.
Vor 7 Tagen habe ich noch gemekert, geheult, ja kurzweilig sogar daran gedacht ob es denn wirklich die richtige Entscheidung wahr den Dienst an der Waffe gegen diesen Küchenjob zu tauschen. Mittlerweile fängt es mir an zu gefallen. An den Frühdienst habe ich mich immer noch nicht gewöhnt und werde das wohl auch so schnell nicht tun, aber bei 3x Spätdienst und jeden Dienstag als ausgleichenden freien Tag lässt sich das ganze schon irgendwie rumkriegen.
Heute Stehe ich wieder in der Küche, von 7:30 bis 16:00 Uhr. Danach gehts dann noch eine Runde ins Auto und dann wahrscheinlich wieder recht früh ins Bett, auch wenn ich morgen erst um 8 Uhr aufstehen muss.